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Erlebnisse : Meine schönste Fahrt mit Bus und Bahn
Geschrieben von Administrator am 23.11.2005 23:52)

Im Winter von Bochum an den Niederrhein

Meine schönste Fahrt mit Bussen und Bahnen hatte ich im Winter 1981, ungefähr Ende Januar oder in den ersten Februarwochen, keine Traumfahrt mit dem Bernina-Express und keine Nostalgiefahrt, sondern eine ganz alltägliche Fahrt.

Ich musste wegen beruflicher Gründe von Bochum nach Neukirchen-Vluyn fahren. Und mein Auto streikte. Ich hatte damals einen VW Käfer, der in einem hübschen blau lackiert war, im Sommer die reine Freude war, weil er ein Sonnendach hatte - das Rolldach, das aus einem 1200er Käfer fast ein Cabrio machte. Winterreifen hatte er auch und damit hatte ich noch einige Tage vorher an einer Steigung einige viel moderne Autos, die dummerweise den Motor vorn, aber den Antrieb hinten hatten, an einer verschneiten Steigung stehen und alt aussehen lassen.

Aber kurz bevor ich den Termin in Neukirchen-Vluyn hatte, versagte mein toller Käfer. Herbie liess mich einfach im Stich. Er wollte nicht mehr richtig anspringen und man musste ihm mit anschieben helfen. Die Ursasache war nicht so schnell zu finden, vermutlich ein Kriechstrom, elektrischer Defekt.

So musste ich, um den Termin in Neukirchen-Vluyn einzuhalten mit Bussen und Bahnen fahren. Und das wurde zu der schönsten fahrt, die ich erlebt habe. Mit der Straßenbahn fuhr ich von Hattingen, wo ich wohnte, zum Bochumer Hauptbahnhof, dann mit einer der ersten S-Bahnen am morgen in der Dunkelheit bis Duisburg.

Am Duisburger Hauptbahnhof stieg ich aus und etwas später in die Straßenbahn, die von Duisburg über Düsseldrof nach Krefeld fuhr, wieder ein.

Diese Bahn war damals etwas ganz besonderes. Sie war eine der längsten Überlandlinien in Deutschland und sie war die einzige Straßenbahn in Deutschland, die einen Speisewagen hatte und einen Kaffeeausschank.

Irgendwo zwischen Duisburg und Düsseldorf-Kaiserswerth bestellte ich bei der freundlichen Serviererin den ersten Kaffee und etwas später den zweiten.

In Krefeld steig ich sehr zufrieden und aufgemuntert aus, weil man mich im Speisewagen gut versorgte. Unterwegs steigen viele Leute zu, die Fahrer und Servierin gut kannten, mit ihnen plauderten und auch glücklich waren, weil es diese Straßenbahn mit Kaffee und Imbiss gab.

Je weiter man nach dem Westen kam, umso idyllischer sah die Landschaft aus, den links vom Rhein schneite es stärker, der Schnee war höher. Am Krefelder Bahnhof stieg ich aus, die Wartezeit auf den Bus reichte aus, um den schönen, alten Bahnhof wieder einmal zu besichtigen. Danach ging es mit dem Bus bis Neukirchen-Vluyn durch eine immer mehr verschneite Landschaft.

Mit der Straßenbahn mit Speisewagen bin ich damals noch öfter gefahren,wenn ich keine Lust hatte, das Auto zu nehmen. Denn ich hatte eine Freundin am Rhein und wenn ich sie besuchte und genug Zeit hatte, stieg ich gern schon in Duisburg aus der S- Bahn aus und fuhr bis Düsseldorf mit der Straßenbahn.

Den Speisewagen gibt es schon lange nicht mehr. Ob sich der Verkehrsbetrieb damit etwas Gutes getan hat, ist eine ganz andere Frage. In 10 oder 20 Jahren merkt Ihr das vieleicht und macht es dann als Nostalgiefahrt wieder.

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